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Make Your School

Make Your School

Auf dem Flur zwischen den Physikräumen und dem Informatikraum geht etwas vor sich. Ein Schüler verlässt den Informatikraum. In der einen Hand hält er Legosteine, in der anderen Hand etwas, das aussieht wie ein Computerchip. Eine Schülerin fragt nach Klebestiften für die Heißklebepistole. Andere tragen Holz, Plexiglas, Karton, Räder, Leisten, Kabel. Ein Blick in die Physikräume verrät: Hier geht etwas vor sich. Die Tische sind zusammengeschoben und über sie gelehnt stehen Schülergruppen, die ähnliche, aber doch ganz unterschiedliche Dinge tun. Einige schauen konzentriert auf ihren Laptop. Andere fummeln an kleinen Kabeln und Computerchips rum. Wieder andere zeichnen Linien mit Edding auf Holz. „Herr Wemhöner, wir müssten das hier, hier und hier absägen.“ Es sieht chaotisch aus, doch hier entsteht etwas.
Die Poster an den Türen verraten, was hier gerade im Gange ist.

Vom 27.4. bis zum 29.4. fand an unsere Schule drei Tage lang das Projekt Make Your School statt. Von den betreuenden Lehrer:innen Frau Stahl, Herrn Wemhöner und Herrn Nappert wurde ich gefragt, ob ich als Angehörige des Medienteams über das Projekt berichten will. Um herauszufinden, wobei es bei dem Projekt geht, frage ich Amber, die gerade vor dem Laptop sitzt und ganz ruhig wirkt, obwohl es um sie herum ganz schön viel Trubel gibt. „Es geht darum, Probleme aus dem Schulalltag, die uns auf dem Herzen liegen, herauszufinden und anschließend eigenständig Lösungen zu entwickeln“, erklärt Amber.
Und genau so begannen die sogenannten Hackdays (Tüfteltage) an der Willy-Brandt-Gesamtschule. In der Ideenfindungsphase überlegten sich 20 Schüler:innen aus den Jahrgangsstufen 8-12, welche Probleme sie im Schulalltag stören. Anschließend identifizierten sie Lösungswege und fingen an, ihre Ideen mithilfe von technischen Hilfsmitteln umzusetzen. Dabei wird programmiert und gebastelt – es entstehen Prototypen, die das erkannte Problem lösen können. Bei diesem fächerübergreifenden Projekt lernen die Schüler:innen Programmieren, bauen Gehäuse, denken kreativ und üben das Zusammenarbeiten im Team.
Eine Weile lang beobachte ich die Arbeitsgruppe von Amber. Die Frage liegt nahe: Welches Problem möchte deine Gruppe lösen? Amber erklärt: „Ganz am Anfang hatten wir die Idee, einen digitalen Schülerausweis zu entwerfen, anschließend sind wir dann aber auf die Idee gekommen, das Aquarium unserer Schule zu digitalisieren, sodass man mithilfe einer Kamera und Sensoren, welche man im Aquarium installiert, genau weiß, wann die Fische Futter brauchen und das Wasser ausgewechselt werden muss.“
Klingt für mich ganz schön kompliziert. „Was ist, wenn ihr mal nicht weiterkommt“, frage ich Amber. „Das ist kein Problem, die Mentoren und Lehrer helfen uns bei Bedarf“, antwortet sie. Vier fachkundige Mentor:innen aus dem Bereich der Informatik, die extra angereist sind und drei Tage in Bochum bleiben, stehen den Gruppen mit Rat und Tat zur Seite, wenn sie mal nicht weiterwissen. Praktische Sache, so ein:e Mentor:in. Es scheint an alles gedacht zu sein bei diesem Projekt. Um 12:30 geht es zum Mittagessen in die Schulküche. Dort warten Frau Thies und Schüler:innen ihres Hauswirtschaftskurses schon mit einem gekochten Mittagessen. „So gut wurde ich bei einem Projekt noch nie verpflegt“, kommentiert ein Mentor die gemeinsame Mahlzeit.
Das gemeinsame Ziel in der Gruppe, der Verzicht auf den 45-Minuten-Rhythmus und die angenehme Betreuung sorgen für gute Stimmung. Amber dazu: „Die Arbeitsatmosphäre ist ganz entspannt, wir arbeiten alle im Team und finden auch immer die goldene Mitte.“
Der heutige Tag begann mit einem Impulsvortrag von Frau Zelasny aus dem Fraunhofer-Institut Dortmund. Sie referierte darüber, wie man mithilfe von smarten Anwendungen Städte nachhaltiger bewirtschaften kann. Eine Idee aus ihrem Vortrag, Flaschencontainer erst dann zu entleeren, wenn sie auch voll sind (mithilfe eines Abstandsensors), nahm eine Gruppe auf und setzte sie in ihrem Prototypen um: Die Schüler der Q1 bauen an dem Prototypen Locket KCR. Dabei handelt es sich um eine Kiste, in der die Stufe Pfandflaschen sammeln soll, um die Abiturkasse aufzubessern. Der Prototyp sieht aus wie ein großer Quader mit einem Loch in der Seitenwand. Er zeigt die Anzahl der eingeworfenen Flaschen an und mit einem Chip lässt sich die Verriegelung öffnen. „Ein motivierender Sound beim Flascheneinwurf wäre auch noch möglich“, so Celine.
Einfallsreiche Ideen hatten alle Gruppen. Ihre Prototypen haben interessante Namen wie „OnlyFish“, „Kiosk-Smiley“, „Traumschule“, „Tafelputz-Roboter“ und „Wasserspender“. Das Team „Kiosk-Smiley“ besteht aus Fynn, Amel und Rysh und hat sich etwas bezüglich der langen Kiosk-Schlangen in den großen Pausen überlegt, nämlich ein digitales Smiley-System, das anzeigt, ob bestimmte Waren noch verfügbar sind und ob sich das Warten lohnt. Eine weitere spannende Arbeit verfolgen Felix C., Marla, Max und Sarah. Sie entwerfen ihre „Traumschule“, inklusive funktionierendem Aufzug. Auch wurde ein digitaler „Erste-Hilfe-Spender“ von Christine, Jana, Jannik, Jason und Leon gebaut. Da es an unserer Schule auch noch viele analoge Tafeln gibt, haben Anna-Lena, Felix D., Juan und Julian einen sogenannten „Tafelputz-Roboter“ entwickelt, der die Putzarbeit für die Schüler:innen erledigen soll. Außerdem baut das Team aus Emily und Jannik an einem Wasserspender, denn Wasser kann man natürlich immer gebrauchen. Einige der Gruppen möchten auch nach dem Ende des Projekts an ihren Prototypen weiterbauen. Moritz und Christopher wollen sich mit ihrem Prototypen außerdem für das Hackerfestival in Berlin bewerben. Das Hacken scheint jedenfalls allen Spaß zu machen.

Kübra Ates (EF)

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