Durchgängige Sprachbildung


Durchgehende Sprachbildung in allen Fächern

Ein hohes Niveau an sprachlicher Bildung ist Voraussetzung für den Schulerfolg, aber auch für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Somit ist Sprachbildung eine der zentralen Bildungsaufgaben von Schule in einer sich wandelnden Gesellschaft.

Hauptziel muss es demnach sein, die Bildungsbenachteiligungen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund abzubauen, um den bestmöglichen Schulabschluss zu erreichen und die Anschlussfähigkeit an die Berufs- und/oder Studienwelt zu erwirken.

Somit stehen nicht mehr punktuelle Fördermaßnahmen und isolierte - also vom Fachunterricht abgekoppelte - Maßnahmen auf der Agenda, vielmehr ist es der Leitgedanke der "Durchgängigen Sprachbildung", der Heterogenität und Mehrsprachigkeit als Chance begreift.

Dieses Postulat findet sich auch im Referenzrahmen Schulqualität NRW, wo die systematische und koordinierte Förderung des Erwerbs der Bildungssprache aller Schülerinnen und Schüler als zentrale Aufgabe von Schule genannt wird.

Ausgangslage: Welche Voraussetzungen finden sich bei unseren Schüler*innen?

Immer mehr Kinder und Jugendliche wachsen in Bochum – und besonders im Bochumer Osten – mehrsprachig auf. Viele Familien, sowohl mit Migrationshintergrund als auch deutscher Herkunft, haben zu wenig Möglichkeiten, ihre Kinder sprachlich so zu unterstützen, dass sie für die Schule gut vorbereitet sind.

Die Willy-Brandt-Gesamtschule möchte dazu beitragen, dass sprachliche und kulturelle Potentiale des Stadtteils genutzt werden und – im Sinne des Leitbildes der Schule – Wertschätzen – Bilden – Gemeinsam - Beachtung erfahren.

Die Schule mit all ihren wohnortnahen und vielfältigen Angeboten wahrzunehmen ist darüber hinaus ein Ziel, die Verankerung der Bildungsstätte im Bezirk voranzutreiben.

So ist auch das Konzept der „Durchgängigen Sprachbildung“ mehrdimensional angelegt und soll die vielen bereits implementierten Maßnahmen und Projekte unter einem gemeinsamen Dach zusammenführen und weiter entwickeln.

Sprachliche Bildung beginnt nicht erst in der (weiter)führenden Schule und findet auch an anderen (Lern)orten statt. Vielmehr geht es also hier um eine Vernetzung aller Projekte, um im

Laufe einer Bildungsbiographie den schulsprachlichen und beruflichen Anforderungen gerecht zu werden.

Gemäß dem Leitgedanken der „geschätzten Individualität“ möchte die Willy-Brandt-Gesamtschule den Kindern und Jugendlichen, anknüpfend an ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, ein breites sprachförderndes Angebot machen, das zu dem jeweils bestmöglichen Schulabschluss führt.

Diagnose: Wie diagnostizieren wir die Lernausgangslage?


Was bedeutet "durchgängige Sprachbildung"?

Der Begriff der „Durchgängigen Sprachbildung“ wird heute vielfach als Leitbegriff verwendet, wenn es um sprachdidaktische Vorschläge verschiedenster Art geht.

Nach Reich wurde dieser Terminus erstmals durch das Modelversuchsprogramm FÖRMIG („Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund") lanciert, der als "Ausdruck einer pädagogischen und bildungspolitischen Orientierung" verstanden wurde und mit konkreten Realisierungsvorschlägen gefüllt werden muss, die in der Praxis erprobt werden müssen.

Die Dimension des Begriffes wird deutlich, wenn man bedenkt, dass sich hierunter sowohl Aspekte der allgemeinen Förderdidaktik fassen lassen - als Stichwörter seien hier die der Inklusion und der Integration multiethnischer Schülerinnen und Schüler genannt.