Diagnose


diagnostische Verfahren: Wie diagnostizieren wir die Lernausgangslage?

Um Lernausgangslagen zu diagnostizieren, werden an der Willy-Brandt-Gesamtschule verschiedene Verfahren durchgeführt. Dies sind zum Beispiel die langjährige Teilnahme am "Duisburger Sprachstandstest", im Jahr 2015 die Teilnahme am Projekt "SchriFT", das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, aber auch die standardisierten Testverfahren geben hier wichtige Hinweise. Hinzu kommen punktuelle Lernerfolgskontrollen und prozessorientierte Beobachtungen der Lehrkräfte sowie das Instrument der Peer-Evaluation.


Duisburger Sprachstandstest

Der „Duisburger Sprachstandstest" gilt als ein mögliches Diagnoseinstrument im Sekundarbereich und wird als nicht standardisierte Testform eingestuft.
Die Testung ermöglicht es, zu Beginn der Klasse 5 die neu aufgenommenen Schüler*innen hinsichtlich ihrer Sprachkompetenz in Deutsch einzuschätzen. Der Test prüft die Kompetenzen in den Bereichen Hörverstehen, Leseverstehen, Grammatik, Satzbau und Rechtschreibung. Am Ende der Klasse 5 kann er zur Überprüfung der Lernfortschritte eingesetzt werden.
Der Test wird staatlich anerkannten Schulen in NRW auf Anfrage zum internen Gebrauch überlassen und darf nur von autorisierten Personen der Institution, der er überlassen wurde, eingesetzt werden. Die Weitergabe und die Einsichtnahme durch Eltern, Schüler und sonstige Dritte ist nicht erlaubt. Dies gilt auch für die Verbreitung im Netz.
Die Ergebnisse der / des Einzelschüler*in können mitgeteilt werden. Die beteiligten Schulen verpflichten sich, die Ergebnisse des Tests zur zentralen Auswertung dem Ersteller zu übermitteln. Die Auswertung erfolgt in anonymisierter Form.
Die Ergebnisse der Auswertung werden den beteiligten Schulen zur Verfügung gestellt, zusammen mit Vorschlägen zur Normierung und Verwendung.
Die Willy-Brandt-Gesamtschule setzt diesen Test seit mehr 9 Jahren ein. Die Ergebnisse werden in der Fachschaft Deutsch, aber auch im Jahrgangsteam 5 thematisiert und gelten als erste Orientierung für mögliche Förderschwerpunkte.


Das Projekt "SchriFT - Schreiben im Fachunterricht unter Einbeziehung des Türkischen" - Universität Duisburg/Essen

Um weitere Diagnosemöglichkeiten zu nutzen, hat die Willy-Brandt-Gesamtschule mit der Universität Duisburg/Essen kooperiert und an dem hier beschriebenen Projekt in der ersten Schulwoche nach den Sommerferien im Schuljahr 2015/2016 mit allen Schüler*innen des 8. Jahrgangs teilgenommen. Nach der Auswertung der Ergebnisse wird die WBG als eine der teilnehmenden Schulen weiter betreut werden.
Projekt Schreiben im Fachunterricht der Sekundarstufe I unter Einbeziehung des Türkischen -  Eine empirische Studie zur Wirksamkeit von schreibfördernden Konzepten im Fachunterricht und im Herkunftssprachenunterricht Türkisch (SchriFT)
Das interdisziplinäre Vorhaben untersucht, in welcher Weise Schüler*innen durch die gezielte Einübung von Schreibkompetenzen im Deutschen und im Türkischen bezüglich des fachlichen Lernens in Physik, Technik, Politik und Geschichte gefördert werden können. Ziel des Projekts ist die wissenschaftlich überprüfte Entwicklung von Lehr-Lernkonzepten für einen sprachbewussten Fachunterricht. Die Grundlage der Untersuchung bildet eine Analyse der Merkmale von Textsorten, die Schüler*innen im Unterricht selbst anfertigen: das Versuchsprotokoll in Physik, Analysen von Systemen und Artefakten in Technik, die historische Erörterung in Geschichte und die Beschreibung in Politik. Für eine statistisch relevante Schülergruppe aus den Jahrgangsstufen 7 und 8 wird zunächst der Ist-Stand ihrer Schreibkompetenz in Deutsch und Türkisch erfasst und mit ihren fachlichen Kompetenzen in Zusammenhang gesetzt.
Im Anschluss werden Unterrichtseinheiten entwickelt und überprüft, die auf die textlichen Anforderungen der beteiligten Fächer zugeschnitten sind. Dabei wird erprobt, in welcher Weise das Türkische als Ressource für den Verstehensprozess fachlicher Konzepte und für die Erstellung der fachlichen Textsorten genutzt werden kann. Im Rahmen von begleitenden Videodokumentationen soll die Interaktion im Unterricht analysiert werden. Durch die fachübergreifende Kooperation werden systematisch Konzepte für den Fachunterricht entwickelt, die fachliches und sprachliches Lernen kombinieren. Zum anderen werden Lehrinhalte des Herkunftssprachenunterrichts erweitert und mit dem Regelunterricht verbunden. Die Forschungsergebnisse dienen als Grundlage für die Erstellung von sprachbewussten Lehr-Lernmaterialien für den Fachunterricht in der Sekundarstufe sowie für alle Phasen der Lehrerbildung.
Der Nutzen für die Unterrichtspraxis liegt in der Sensibilisierung für die sprachlichen Implikationen des Fachunterrichts. Den seit Jahren zunehmenden Klagen über mangelnde „Sprachkompetenz“ soll ein sprachbewusster Fachunterricht entgegengestellt werden. Dass fachsprachliche Aspekte Teil des Fachunterrichts sein müssen, wird in Studium, Aus- und Fortbildung noch zu wenig vermittelt. Mit dem Projekt werden exemplarische Materialien für die Unterrichtspraxis erarbeitet. Darüber hinaus bietet das Projekt die Chance, mehrsprachige Ressourcen auch für das fachliche Lernen zu nutzen und dabei die Schriftsprachlichkeit in der Herkunftssprache zu unterstützen.


Rückmeldungen aus standarddisierten Testverfahren LSE, ZP, ZA

Die standardisierten Testformate betreffen in der Sekundarstufe I die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik. Im Jahrgang 8 ist dies die sogenannte Lernstandserhebung (LSE), die nicht benotet oder als Klassenarbeit gewertet werden darf und der Diagnostik dient. Weiterhin ist dies die Zentrale Prüfung10 in den gleichen Fächern, deren Note zu 50% die Endnote im jeweiligen Fach ausmacht.
In der Sekundarstufe II handelt es sich bei dem Zentralabitur, welches alle Schüler*innen am Ende der gymnasialen Oberstufe ablegen, um ein standardisiertes Format. Die Rückmeldung der Kolleg*innen ergibt immer wieder, dass im Kompetenzbereich Schreiben Nachholbedarf besteht, wobei dies oftmals das Lesen und richtige Erfassen von Texten voraussetzt.